12. Juli 2010, Süddeutsche Zeitung / Energie InformationsdienstOpfer der Finanzkrise

Anders als vielfach vermutet, ist gerade die Energiewirtschaft wegen ihrer milliardenschweren Investitionspläne ein Opfer der Finanzkrise. Durch den gravierenden Anstieg der Kreditkosten müssen Ausgaben gedrosselt und können Wachstumschancen nicht genutzt werden.

Es sei zu befürchten, dass die Innovationsgeschwindigkeit der Branche der Finanzkrise zum Opfer falle, meint Michael Hegel, Chef der auf die Beratung der Energiewirtschaft spezialisierten Firma Hegel Karbenn & Cie. Mangelnde Investitionen bremsten den Ausbau der erneuerbaren Energien und führten zu einem Modernisierungsstau in der Stromerzeugung. Während Energiekonzerne Rückschläge im internationalen Geschäft und bei Deals wie dem geplanten Verkauf des italienischen Gasnetzes durch den Eon-Konzern hinnehmen müssten, würden für Stadtwerke Finanzierungsmittel etwa zum Erwerb von Netzkonzessionen knapp und teuer. Für zahlreiche Einzelunternehmen dürften die Fremdkapitalkosten heute mehr als einen Prozentpunkt höher liegen als in der Zeit vor der Krise.

Quelle: Süddeutsche Zeitung / Energie Informationsdienst

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